Ein Treffen, das berührte

Viele nutzen die Chance, sich bei einem Berlin-Besuch persönlich mit Jan zu treffen. So auch Sabine.

Berlin, den 12.04.2022

Etwas länger kennen sich Sabine und Jan schon, aber eben nur über die Seite „Adoptionshelfer“ und aus den vergangenen Calls hier sowie von Telefonaten. Bei Recherchearbeiten zu ihrer Adoptionsgeschichte war auch Sabine auf die Website der Adoptionshelfer gestoßen und dachte sich: „Na, da melde ich mich mal.“ Wie im Verlauf der Gespräche herausgekam, war auch Sabine wie viele andere über eine so schnelle Antwort und Kontaktaufnahme sehr überrascht und meinte, dass alles sehr unproblematisch ginge. Damit hatte Sabine nicht gerechnet, aber genau das macht diese Seite ja aus. 

Jan und Sabine haben nicht nur durch ihre Adoption eine Verbindung, die sie teilen; auch beruflich schweben die beiden auf der gleichen Wellenlänge. Sabine wie Jan sind Kundenbetreuer bei der Bahn. Das verbindet sie klar noch einmal mehr. 

Am Anfang war auch Sabine unsicher und etwas zurückhaltend, man war sich eben noch fremd. Dennoch nahm Jan wahr, wie schnell das Vertrauen gewachsen ist und ein Austausch in Gang kam. Sabine kam auch zu den Calls dazu und meinte, es sei schon eine einzigartige Sache, sich mit vielen Betroffenen (Gleichgesinnten) so austauschen zu können. Ja, das ist es auch, und das Portal wird von vielen mittlerweile sehr gut angenommen und gelobt. 

Sabine hatte sich auch Jan Kleins Hörbuch „Adoption – Die schmerzhafte Reise zu meinen Wurzeln“ gekauft und gab an: „Das habe ich in einem Zug durchgehört und viele gemeinsame Punkte erkannt.“ 

Sabine hat es sehr schwer, weiterzukommen in ihren Recherchen, da die leibliche Mutter sehr mauert und die Wahrheit über Sabines Vater nicht preisgeben will. Das ist nicht einfach für Sabine und natürlich macht es sie ein Stück weit wütend. Denn sie würde schon gern ein wenig über ihren leiblichen Vater und ihre Herkunft erfahren. Für viele ist dies ein wichtiger Punkt in der Aufarbeitung ihrer Adoption. Nicht gerade berauschend erzählt Sabine auch darüber, wie es mit den Adoptiveltern läuft: leider eher bescheiden, bis heute.

Es macht Jan schon sehr traurig, so etwas zu hören. Schließlich fühlt er es durch seine eigene Adoption, wie es ihr gehen muss. Etwas Vergleichbares hat Jan zwar selbst nie in diesem Ausmaß erlebt, aber er kann die Gefühle schon gut verstehen. Als er seine eigene Beziehung zu seinen Adoptiveltern mit Sabines Erzählung vergleicht, kommt er zu dem Schluss: „Nie würde ich damit so klarkommen.“ 

Selbst einen DNA-Test hat Sabine vor Kurzem gemacht, um eventuell ihrem Vater etwas näherzukommen. Bis heute zwar viele Matches des dritten bis fünften Grades, aber keine genaue Spur. Solch eine Recherche ist sehr weitläufig und zeitintensiv. Man muss ja das, was dort passiert, erst einmal verstehen: Was bringt mir denn diese Auskunft? Was bedeutet es überhaupt? Wie nehme ich Kontakt zu den angegebenen Personen auf?

Neulich, erinnert sich Jan, kam dann eine Nachricht von Sabine. Sie habe bald Urlaub und würde nach Berlin kommen. Die Frage, ob Jan Zeit hätte, sie persönlich kennenzulernen, beantwortete Jan mit einem „Ja, natürlich, das bekommen wir hin!“ 

Heute, am 12.04.2022, war es so weit: Jan und Sabine trafen sich in der Mitte von Berlin am Alexanderplatz. Sie gingen in ein Restaurant, aßen und tranken eine Kleinigkeit und unterhielten sich etwas. Eine herzliche Stimmung herrschte und die Zeit verging wie im Fluge. 

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