Wann ist Kindeswohl gefährdet?

Viele Eltern sind zunächst einmal überrascht, wenn das Jugendamt plötzlich vor der Tür steht. Denn nicht nur innerhalb der Familie selbst kann dieses informiert werden. Auch Außenstehende wie Nachbarn oder Freunde können sich an das Jugendamt wenden, wenn diese denken, dass konkrete Probleme vorliegen, die dringend gelöst werden müssen, damit das Kindeswohl nicht gefährdet wird.

Aber wann genau sollte das Jugendamt eigentlich informiert werden? Viele Eltern, Kinder oder Außenstehende haben zunächst einmal eine Hemmschwelle, bevor der Schritt Richtung Amt tatsächlich getan wird. Allerdings sollte es in der Regel besser sein, einmal zu viel beim Amt anzurufen als zu wenig.

Aber wann genau liegt tatsächlich eine Gefährdung des Kindeswohls oder der Jugend vor? Gemäß einer Definition müssen drei unterschiedliche Fragen beantwortet werden:

  • Liegt eine konkrete Gefahr für das Kindeswohl vor? Das Kindeswohl muss nicht bereits angegriffen sein, bevor das Jugendamt informiert wird. Eine Gefährdung allein reicht aus, um die Betreuung des Jugendamtes in Anspruch zu nehmen. Allerdings müssen konkrete Gründe für den Verdacht vorliegen.
  • Ist die Gefährdung akut? Nur dann, wenn eine Gefahr für das Kind unmittelbar im Raum steht, sollte Nachricht an das Jugendamt ergehen. Es sei denn, es besteht dringender Verdacht, dass vergangene Taten in Gegenwart und Zukunft erneut auftreten.
  • Wie groß ist der drohende Schaden des Kindeswohls? Nicht in allen Fällen darf direkt in Familienverhältnisse eingegriffen werden. Erst dann, wenn das betroffene Kind gravierend geschädigt wird und keine Mindestversorgung mehr stattfindet, darf das Jugendamt eingreifen.

Eine perfekte Familie gibt es in der Regel nirgendwo. Aus diesem Grund kann es immer wieder zu Streitigkeiten kommen, die auch zwischen Eltern und Kindern ausgetragen werden. Sobald allerdings das Kind nicht mehr ausreichend versorgt wird, die Erziehung durch die Eltern ausbleibt oder gar eine Misshandlung vorliegt, sollte sofort das Jugendamt benachrichtigt werden.

Was ist eine Auslandsadoption

Von einer Auslandsadoption spricht man dann, wenn das Kind vor der Adoption in einem anderen Staat lebt und aufgrund der Adoption nach Deutschland zieht. Dabei spielt die Staatsangehörigkeit des Kindes und Ihre eigene Staatsangehörigkeit keine Rolle. Die Adoption kann im Ausland, aber auch in Deutschland stattfinden. Meistens wird sie jedoch im Herkunftsland ausgesprochen. Als Auslands-Adoptionen gelten auch Adoptionen, die in Deutschland durchgeführt werden, wenn das Kind erst in den letzten zwei Jahren vor der Adoption nach Deutschland gekommen ist.

Weiterführende Informationen und Links

Wenn Sie sich entschieden haben, ein Kind adoptieren zu wollen, finden Sie auf den folgenden Seiten viel Wissenswertes:

Welche Formen einer Adoption gibt es

In Deutschland gibt es verschiedene Formen der Adoption. Vielfach wird danach unterschieden, ob ein “fremdes Kind” (Fremdadoption), ein verwandtes Kind (Verwandtenadoption) oder ein Stiefkind (Stiefkindadoption) angenommen wird.

Fremdadoptionen sind in der Regel sogenannte Volladoptionen. Dabei erlöschen sämtliche Rechtsbeziehungen zur Herkunftsfamilie. Zwischen Adoptivkind und Herkunftsfamilie existiert also kein Verwandtschaftsverhältnis mehr. Für die leiblichen Eltern heißt das: Es bestehen keine Rechte und Pflichten mehr gegenüber dem Kind. Die Adoptiveltern bekommen mit der Adoption die volle rechtliche Elternstellung für das Kind.

Stiefkindadoptionen machen in Deutschland den Großteil der Adoptionen aus: Es wird das leibliche Kind der Partnerin oder des Partners adoptiert. Dies gilt für verschiedengeschlechtliche Paare wie für gleichgeschlechtliche Paare. Eine Adoption kann sinnvoll sein, wenn etwa zum getrennt lebenden Elternteil seit Jahren kein Kontakt besteht, der andere Elternteil verstorben oder unbekannt ist oder Stiefkinder erb- und unterhaltsrechtlich gleichgestellt werden sollen. Um das Wohl dieser Kinder zu garantieren, werden auch in diesen Fällen die Voraussetzungen und die Eignung des annehmenden Elternteils geprüft.

Um eine Stiefkindadoption handelt es sich auch, wenn in einer lesbischen Partnerschaft die Partnerin der leiblichen Mutter – etwa nach einer künstlichen Befruchtung bzw. Samenspende – die rechtliche Elternschaft für das gemeinsame Wunschkind erhalten möchte und dafür die Adoption des Kindes beantragt.

Für eine Stiefkindadoption muss das Paar miteinander verheiratet sein, in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder in einer anderen festen Lebensgemeinschaft leben. Als feste Lebensgemeinschaft gilt, wer mindestens vier Jahre zusammenwohnt oder ein gemeinsames Kind hat und als Familie zusammen lebt.

Im Vorfeld einer Stiefkindadoption müssen sich alle Beteiligten bei einer Adoptionsvermittlungsstelle beraten lassen. So soll sichergestellt werden, dass die Adoption zum Wohl des Kindes ist. Die Bescheinigungen über diese Beratung müssen im Adoptionsverfahren beim Familiengericht vorgelegt werden. Eine Ausnahme von der Beratungspflicht besteht, wenn die Partnerin der leiblichen Mutter die Adoption beantragt und beide bei der Geburt des Kindes bereits miteinander verheiratet waren bzw. in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder einer festen Lebensgemeinschaft leben.

Weitere Informationen zur Stiefkindadoption finden Sie in der Broschüre Ein Kind adoptieren.

Bei der Verwandtenadoption wird ein verwandtes Kind, etwa die Nichte, der Neffe oder das Enkelkind, adoptiert. Voraussetzung ist ein Verwandtschafts-/Verschwägerungsverhältnis bis zum dritten Grad. Dabei erlischt anders als bei der Volladoption nur das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes zu beiden leiblichen Eltern, nicht aber das zu seinen sonstigen Verwandten. Ob die annehmenden Eltern geeignet sind und das Kindeswohl garantiert werden kann, ist genauso sorgfältig zu prüfen wie bei einer Fremdadoption.

Die Pflegekindadoption – also die Adoption eines Pflegekindes durch seine Pflegeeltern – kommt in Deutschland nicht so häufig vor. Eine viel größere Zahl von Kindern lebt in “Dauerpflegeverhältnissen”. Denn oft willigen die rechtlichen Eltern nicht in die Adoption ein oder aber die Pflegeeltern wollen nicht auf Pflegegeld und zusätzliche Unterstützungsangebote der Kinder- und Jugendhilfe verzichten, die im Fall der Adoption wegfallen. Zudem haben Pflegekinder oft besondere Fürsorgebedürfnisse: Die Adoption von älteren Kindern und/oder Kindern mit einer besonderen Vorgeschichte, in der etwa sexueller oder emotionaler Missbrauch vorkommen, stellt besondere Herausforderungen an die Adoptiveltern – physisch, psychisch, emotional und finanziell.

Ehepaare können ein Kind generell nur gemeinschaftlich adoptieren. Mit der rechtlichen Öffnung der Ehe für Personen gleichen Geschlechts ist auch ihnen eine gemeinschaftliche Adoption möglich.

Die sogenannte Sukzessivadoption ist für solche Ehepartnerinnen und Ehepartner ausnahmsweise möglich, die ein Kind annehmen, das der jeweils andere bereits vor der Ehe adoptiert hat. Bei nicht verheirateten Paaren kann nur einer der beiden Partner das Kind adoptieren. Personen in eingetragener Lebenspartnerschaft können die leiblichen oder adoptierten Kinder ihrer Partnerinnen und Partner in einer Stiefkindadoption oder Sukzessivadoption adoptieren. Nicht möglich ist dagegen die gemeinschaftliche beziehungsweise gleichzeitige Adoption durch ein Paar in eingetragener Lebenspartnerschaft.*

* Ab Inkrafttreten des Gesetzes zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts können keine Lebenspartnerschaften mehr geschlossen werden. Bereits bestehende Lebenspartnerschaften können in eine Ehe umgewandelt werden, ansonsten bleiben sie bestehen.

Welche Leistungen bekomme ich vom Staat bei einer Adoption.

Als Adoptiveltern können Sie staatliche Leistungen wie Elterngeld oder Kindergeld bekommen. Hier finden Sie spezielle Informationen zu den Familienleistungen.

Elterngeld ist eine Leistung für Eltern von Säuglingen und Kleinkindern. Es soll den Eltern ermöglichen, ihr Kind zu erziehen und zu betreuen. Auch für Ihr Adoptivkind können Sie Elterngeld bekommen. Hier finden Sie Informationen zum Elterngeld für Adoptiveltern.

Elternzeit ist eine unbezahlte Auszeit vom Berufsleben für Eltern, die ihr Kind selbst betreuen und erziehen. Auch Adoptiveltern und Pflegeeltern können Elternzeit nehmen. Hier finden Sie Informationen zur Elternzeit für Adoptiveltern und Pflegeeltern.

Das Kindergeld sichert die grundlegende Versorgung Ihrer Kinder ab der Geburt und mindestens bis zu deren 18. Geburtstag. Auch Adoptiveltern erhalten Kindergeld.

Bei einer Adoptivmutter bestehen nicht die Gesundheitsrisiken wie bei einer Schwangeren oder einer Frau kurz nach der Entbindung. Daher sind die Mutterschutzvorschriften bei einer Adoption nicht anwendbar. 

Normalerweise ja – bitte erkundigen Sie sich bei der gesetzlichen Krankenkasse oder der privaten Krankenversicherung Ihres Kindes. Welche Kosten genau übernommen werden, unterscheidet sich von Krankenversicherung zu Krankenversicherung.

Adoptivkinder können sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung mitversichert werden. Nähere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrer privaten Krankenversicherung. 

Während der etwa einjährigen Adoptionspflegezeit werden Sie dabei unterstützt, ein stabiles Eltern-Kind-Verhältnis aufzubauen. Die Adoptionsvermittlungsstellen sind für die Begleitung und Beratung zuständig. Auch für die Zeit nach der Adoption haben Sie einen Rechtsanspruch auf Begleitung durch die Beraterinnen und Berater der Adoptionsvermittlungsstellen. Insbesondere wenn ein Kind erhöhte Fürsorgebedürfnisse hat, bieten die Fachkräfte Unterstützung und Hilfe und geben Auskunft zu weiteren Förderungs- und Beratungsangeboten. Daneben führen die Vermittlungsstellen Themenabende, Seminare oder Gesprächsgruppen mit Therapeutinnen und Therapeuten durch. Hilfreich ist zudem, sich mit anderen Adoptiveltern auszutauschen.

Welche Voraussetzung muss ich erfüllen, wenn ich im Inland ein Kind adoptieren möchte?

Wenn Sie im Inland ein Kind adoptieren möchten, müssen Sie nach deutschem Recht unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Wenn Sie verheiratet sind, muss mindestens einer von beiden Eheleuten so alt sein, der jüngere Ehepartner muss mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter für Adoptiveltern gibt es nicht. Der Altersunterschied zum Adoptivkind sollte laut Bundearbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter jedoch einem natürlichen Abstand entsprechen.

Normalerweise gilt: Ein Ehepaar – ungeachtet des Geschlechts – kann ein Kind nur gemeinsam adoptieren. Aber auch Alleinstehende können ein Kind adoptieren.

Die Adoptionsvermittlungsstelle überprüft Ihre Eignung als Bewerberin oder Bewerber. Dabei sind unter anderem folgende Kriterien wesentlich:

  • Persönlichkeit – Dazu zählen etwa Ihre Motivation zur Adoption, die Fähigkeit, sich auf das Kind einzulassen, Toleranz, Bereitschaft zur Aufklärung des Kindes über seine Abstammung und zum kontinuierlich offenen Umgang mit der Vorgeschichte des Kindes.
  • Partnerschaftliche Stabilität – Für ein Kind ist es wichtig, in einer stabilen Partnerschaft aufzuwachsen. Wichtig ist, dass Sie eine gute gemeinsame Grundlage in Ihrer Partnerschaft haben und wissen, wie Sie konstruktiv mit Konflikten umgehen.
  • Ihre Bereitschaft zum offenen Umgang mit der Adoption: Sie sollten bereit sein, das Kind über seine Herkunft aufzuklären und mit diesem Thema offen umzugehen.
  • Gesundheit – Sie sollten körperlich und geistig gesund sein, damit sichergestellt ist, dass Sie lange für das Kind sorgen können.
  • Erziehungsvorstellungen – Sie sollten sich mit Ihren Vorstellungen von Erziehung auseinandersetzen. Es gilt, die selbst erlebte Erziehung nicht unreflektiert auf das Kind zu übertragen.
  • Wohnverhältnisse – Der Wohnraum sollte ausreichend groß sein, sodass das Kind  die Möglichkeit hat, sich in einem eigenen Spiel- und Lebensbereich zu entfalten. Im Wohnumfeld sollte der Kontakt zu anderen Kindern möglich sein.
  • Wirtschaftliche Verhältnisse – Sie müssen den Nachweis erbringen, dass das Kind in einer wirtschaftlich stabilen Situation aufwachsen kann.

Welchen Namen trägt unser Kind ?

Sind die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet, erhält das Kind den Ehenamen. Tragen die Eltern nicht den gleichen Namen und haben sie das gemeinsame Sorgerecht, so entscheiden sie zusammen, ob das Kind den Nachnamen der Mutter oder des Vaters erhält. Können sich die Eltern nicht einigen, überträgt das Familiengericht der Mutter oder dem Vater die Entscheidung.

Im Kindschaftsrecht ist gereglt, welchen Nachnamen das Kind bekommen kann.
Im Kindschaftsrecht ist gereglt, welchen Nachnamen das Kind bekommen kann.

Hat zum Zeitpunkt der Geburt nur ein Elternteil das Sorgerecht, erhält das Kind den Nachnamen dieses Elternteils. Ein Doppelname aus beiden Familiennamen kann nicht gebildet werden.

Wechselt der Elternteil, bei dem das Kind lebt, z. B. durch eine Heirat seinen Familiennamen, hat dies keine Auswirkungen auf den Nachnamen des Kindes. Allerdings kann auch der Nachwuchs diesen Namen annehmen, sofern der andere Elternteil zustimmt.

Nötig ist diese Einverständnis allerdings nur, wenn dieses Elternteil auch das Sorgerechtinnehat bzw. das Kind bisher seinen Nachnamen trägt.

Wenn Kindesunterhalt nicht gezahlt werden kann. Mangelfall.

Je mehr Unterhaltsberechtigte auf den Pflichtigen zukommen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sein Einkommen nicht ausreicht, um alle Ansprüche zu decken. Wer dann Unterhalt erhält, ergibt sich aus der Rangfolge der Unterhaltsberechtigten. Die nachrangigen Berechtigten erhalten dann weniger oder gar keinen Unterhalt. In diesem Fall wird von einem Mangelfall gesprochen.

Darüber hinaus kann es vorkommen, dass das Einkommen nicht reicht, um alle Berechtigten ersten Ranges zu versorgen. Dann wird von einem absoluten Mangelfall gesprochen. Die Höhe des Unterhalts wird dann durch eine Mangelfallberechnung ermittelt.

Nach Abzug des Selbstbehalts wird dann das übrige Einkommen unter den Berechtigten nach Bedarf verteilt. Kinder höherer Altersgruppen erhalten dabei mehr als niedrigere.

Wer vermittelt Adoptionen in Deutschland

In Deutschland dürfen Adoptionen nur von bestimmten Stellen vermittelt werden. Wenn Sie ein Kind adoptieren möchten, wenden Sie sich an:

Die Adoptionsvermittlungsstellen haben den Auftrag, für jedes zu vermittelnde Kind die Eltern auszuwählen, die am besten zum Kind passen. Dabei stehen das Wohl des Kindes und die Wahrung seiner Rechte und Bedürfnisse im Mittelpunkt. Es besteht kein Rechtsanspruch auf Vermittlung eines Kindes.

Wie verläuft eine Adoption in Inland

Eine Adoption ist ein Prozess und Sie werden während der gesamten Zeit von einer Adoptionsvermittlungsstelle begleitet. Auch nach Abschluss des Adoptionsverfahrens haben Sie einen Rechtsanspruch auf Beratung und Unterstützung durch die Adoptionsvermittlungsstelle.

Eine Adoption verläuft in diesen Schritten:

  • Sie bewerben sich bei einer Adoptionsvermittlungsstelle um eine Adoption. Das kann entweder Ihr Jugendamt sein oder eine anerkannte nichtstaatliche Adoptionsvermittlungsstelle.
  • Darauf folgt die Eignungsprüfung. Dazu werden die Fachkräfte der Vermittlungsstelle mit Ihnen sprechen, um mehr über Sie zu erfahren.
  • Nach dem positivem Ergebnis der Eignungsprüfung folgt die weitere Vorbereitung auf die Adoption und die Wartezeit bis zu einem Kindervorschlag.
  • Wenn die Vermittlungsstelle Sie als passende Eltern für ein Kind auswählt, kommt das Kind häufig sehr zeitnah zu Ihnen.
  • Mit der Übergabe des Kindes beginnt die Adoptionspflegezeit. In diesem Zeitraum soll das Eltern-Kind-Verhältnis wachsen. Das Jugendamt bleibt Vormund des Kindes.
  • Wenn die Adoptionspflege gut verläuft, beantragen Sie die Adoption beim Familiengericht. Das Gericht entscheidet darüber mit dem Adoptionsbeschluss.
  • Ihre Vermittlungsstelle begleitet Sie auch nach der Adoption und unterstützt Sie bei möglichen Fragen und Problemen.

Wie wird eine Auslandsadoption in Deutschland anerkannt?

Falls sich das Herkunftsland des Kindes dem „Haager Adoptionsübereinkommen“ (HAÜ) angeschlossen hat, reicht es aus, wenn Ihnen die Fachstelle für Adoption im Herkunftsland bescheinigt, dass die Adoption nach dem HAÜ durchgeführt wurde (Artikel 23 HAÜ). Mit dieser Bescheinigung gilt die Adoption in Deutschland automatisch als anerkannt.

Ansonsten müssen Sie die ausländische Adoptionsentscheidung von einem deutschen Familiengericht anerkennen lassen. Diese Anerkennung müssen Sie beantragen, sobald das Adoptionsverfahren im Herkunftsland abgeschlossen ist.

Mit der Anerkennung ist die Adoption auch in Deutschland rechtlich wirksam. Sie hat hier dieselben rechtlichen Auswirkungen wie im Herkunftsland des Kindes. Diese können sich von denen einer deutschen Adoption unterscheiden. So kann es je nach Herkunftsland auch nach der Adoption zum Beispiel sein:

  • dass das Kind zwar mit Ihnen verwandt ist, aber nicht mit Ihrer übrigen Familie,
  • dass das Kind rechtlich noch mit seinen leiblichen Eltern oder mit deren Familien verwandt ist,
  • dass das Kind noch rechtliche Beziehungen zu seinen leiblichen Eltern hat, also etwa noch zu deren Erben gehört.

Daher gibt es zusätzlich zur Anerkennung die Möglichkeit, die ausländische Adoption umwandeln zu lassen in eine Adoption, die dem deutschen Recht entspricht. 

Mehr zur Anerkennung und zur Umwandlung erfahren Sie von Ihrer Vermittlungsstelle. Auf der Internetseite des Bundesamts für Justiz in seiner Funktion als Bundeszentralstelle für Auslandsadoption finden Sie weitere Information.

Wo finde ich Unterstützung als leibliche Mutter, wenn ich mein Kind zur Adoption freigeben möchte.

Gründe für eine Adoptionsfreigabe kann es viele geben: psychische Krankheiten, eine schwierige finanzielle Situation, Gewalt in der Familie, fehlende Unterstützung im persönlichen Umfeld oder das Gefühl, durch ein Kind überfordert zu sein. Vertrauliche Beratungsgespräche helfen Ihnen, eine Entscheidung ohne Druck zu treffen.

Wenn Sie darüber nachdenken, Ihr Kind zur Adoption freizugeben, wenden Sie sich bitte an eine Adoptionsvermittlungsstelle. Adoptionsvermittlungsstellen sind:

  • die Adoptionsvermittlungsstelle Ihres Jugendamts
  • die Adoptionsdienste in katholischer Trägerschaft
  • die Adoptionsdienste in evangelischer Trägerschaft oder
  • die Adoptionsdienste in nichtkonfessioneller Trägerschaft.

Adoptionsvermittlungsstellen beraten umfassend und vertraulich über den Ablauf und die Auswirkungen einer Adoption. Sie zeigen aber auch Hilfen auf, wie Sie eventuell doch ein Leben mit dem Kind gestalten können.

Hilfreich kann auch die Beratung in einer Schwangerschafts-Beratungsstelle sein. Diese kann Ihnen auch erste Informationen zum Thema Adoption geben. Sie berät ebenfalls vertraulich und unverbindlich.

Eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden Sie unter Schwanger-und-viele-fragen.de.

Die Bundesstiftung Mutter und Kind hilft zudem schwangeren Frauen in materiellen Notlagen. Sie erhalten auf unbürokratischem Weg ergänzende finanzielle Hilfen, die Ihnen die Entscheidung für das Leben des Kindes und die Fortsetzung der Schwangerschaft erleichtern.

Wurzelsuche

Wurzelsuche

nennt man die Suche Adoptierter nach ihrer leiblichen Familie, nach ihren Wur- zeln. Adoptivkinder können nach Vollendung des sechzehnten Lebensjahrs Ein- sicht in die Akte der Adoptionsvermittlungsstelle nehmen, um Auskunft über ihre Herkunft und Lebensgeschichte zu erhalten. Nähere Informationen geben die Adoptionsvermittlungsstellen der Jugendämter und der freien Träger.