Ablehnung der Adoption. Warum.

Verschiedene Szenarien sind denkbar, die eine Adoption nicht möglich machen. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine erfolgreiche Adoption von vielen Faktoren abhängt und nicht wegen einzelner Probleme versagt wird. Es zählt das Gesamtbild, welches die Eltern abgeben.
Mögliche Gründe für eine Ablehnung sind beispielsweise:

  • Die adoptionswilligen Eltern sind zu alt oder zu jung.
  • Die Einkommen reichen nicht aus, um ein Kind zu finanzieren.
  • Die Wohnung erscheint zu klein und zu viele Personen müssten zusammen auf engstem Raum leben.
  • Die Berufstätigkeit macht es nicht möglich, das Kind angemessen zu betreuen.
  • Die Beziehung der Eltern stellt sich als nicht stabil und belastbar heraus.

Diese Ausführungen sind nur als Beispiele zu verstehen. Vermittlungsstellen ziehen noch weitere Kriterien heran, welche eine Adoption ausschließen.

Ein Adoptionsverfahren kann mehrere Jahre dauern. Teilweise müssen adoptionswillige Eltern fünf Jahre oder länger warten. Darüber hinaus übersteigt die Anzahl der willigen Eltern die Anzahl der Kinder.

Abstammungsgutachten was ist das?

Meistens findet ein Abstammungsgutachten im Rahmen eines Vaterschaftstests statt. So soll überprüft werden, ob eine biologische Vaterschaft besteht. Nicht selten kommt es vor, dass Vätern in der Ehe ein Kuckuckskind untergeschoben wird, für welches der rechtliche Vater mit allen Rechten und Pflichten gerade stehen muss.

Ein Kuckuckskind bezeichnet ein Kind, dessen Vater nicht sein biologischer ist. Die Mutter ließ den sozialen und ggf. auch rechtlichen Vater in dem Glauben, dass er auch der biologische sei und zeugte das Kind mit einem anderen Mann außerhalb der Ehe. Zwischen dem Kind und seinem Scheinvater besteht rechtlich keine biologische Verwandtschaft.Im Rahmen des Abstammungsgutachtens werden DNA-Profile der beteiligten Personen benötigt. Da es sich dabei um einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht handelt, muss das Einverständnis der Beteiligten laut Abstammungsrecht vorliegen oder durch ein Gericht ersetzt werden. Proben können unterschiedliche Körpermaterialien sein. Meistens nutzt das Labor Speichel- oder Blutproben sowie Haare, um die DNA zu bestimmen.

Die Proben werden im Labor mit chemischen und physikalischen Methoden bearbeitet, damit die DNA aus den Körperzellen gewonnen werden kann. Anhand dessen werden Wahrscheinlichkeiten festgestellt, die belegen, ob ein näheres Verwandtschaftsverhältnis zwischen den getesteten Personen besteht.

Stellt sich die Frage nach der Elternschaft, können DNA-Proben von beiden Eltern sowie dem Kind dafür sorgen, dass im Abstammungsgutachten zu einer hohen Wahrscheinlichkeit aufgelistet wird, ob eine Vaterschaft vorliegt oder nicht.

Abstammungsrecht laut BGB

Mit dem Kindschaftsrechtsreformgesetz vom 1. Juli 1998 wurde das Abstammungsrecht neu gefasst. Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) sind die grundlegenden Definitionen des Abstammungsrechts verankert. In § 1589 wird dementsprechend die Verwandtschaft wie folgt definiert:

(1) Personen, deren eine von der anderen abstammt, sind in gerader Linie verwandt. Personen, die nicht in gerader Linie verwandt sind, aber von derselben dritten Person abstammen, sind in der Seitenlinie verwandt. Der Grad der Verwandtschaft bestimmt sich nach der Zahl der sie vermittelnden Geburten.

Laut Abstammungsrecht sind dementsprechend Eltern, Kinder, Großeltern sowie Enkelkinder in gerader Linie miteinander verwandt. In der Seitenlinie finden sich Geschwister, Tante und Onkel sowie Nichten und Neffen wieder.

Im Abstammungsrecht liegt die rechtliche Mutterschaft bei der Frau, die das Kind geboren hat.
Im Abstammungsrecht liegt die rechtliche Mutterschaft bei der Frau, die das Kind geboren hat.

Auch die Mutterschaft ist gemäß § 1591 BGB klar geregelt. Dementsprechend ist die Mutter eines Kindes die Frau, die das Kind geboren hat.

Das lateinische Rechtssprichwort „mater semper certa est“ bezieht sich übersetzt darauf, dass die Mutter immer sicher ist. Somit ist die Mutter auch rechtlich leicht festzustellen.

Allerdings muss die rechtliche Mutter heutzutage nicht immer gleichzeitig die biologische Mutter sein.

Durch eine Adoption kann eine Frau die rechtliche Mutterschaft mit allen Rechten und Pflichten vor dem deutschen Gesetz annehmen.

Grundsätzlich verhindert dieses Gesetz im Abstammungsrecht Leihmutterschaften in Deutschland. Denn die Frau, die das Kind geboren hat, ist nicht nur die biologische sondern auch die rechtliche Mutter des Kindes.

Acht-Wochen-Frist/Überlegungsfrist

Damit ist die Zeit gemeint, bis das Kind acht Wochen alt ist. Da die Geburt eines Kindes in jeder Hinsicht mit einer großen Umstellung einhergeht, kann sich in dieser Zeit auch die Einstellung der Eltern zu ihrem Kind verändern. Die Mutter, die noch den Nachwirkungen der Geburt ausgesetzt ist, soll vor unbedachten Handlungen geschützt werden. In der gem. § 1747 BGB gesetzlich vorgesehenen Acht-Wochen-Frist sollen sich die Eltern intensiv mit der Freigabe ihres Kindes zur Adoption auseinandersetzen. Auf Wunsch werden sie in der Wartezeit von einer Beratungsstelle unterstützt und über Hilfen informiert.

Erst acht Wochen nach der Geburt ihres Kindes kann die Mutter wirksam in die Adoption ihres Kindes einwilligen.

Adoptierte

Sowohl leiblich verwandte als auch leiblich nicht verwandte Personen können adoptiert werden; Letztere nehmen rechtlich den Platz einer verwandten Person in einer Adoptivfamilie ein. Die familienrechtlichen Beziehungen zwischen dem adoptierten Kind und seinen Herkunftseltern erlöschen im Regelfall

Adoption

Adoption (von lateinisch adoptio) oder Annahme an Kindes statt oder Annahme als Kind bezeichnet die rechtliche Begründung eines Eltern-Kind-Verhältnisses zwischen dem Annehmenden und dem Kind ohne Rücksicht auf die biologische Abstammung.

Adoption mit Auslandsberührung

ist die Bezeichnung für die Adoption eines Kindes im Inland, wenn das Kind oder seine Adoptiveltern oder einer von beiden eine ausländische Staatsangehörig- keit besitzen.

Adoptionsgeheimnis

Adoptionsgeheimnis
Spätestens wenn das Kind 16 Jahre alt ist, darf das Kind auch ohne Zustimmung der Adoptiveltern nach seinen leiblichen Eltern forschen und Akteneinsicht bei der Adoptionsvermittlungsstelle verlangen. Für diesen Zweck können Sie dort Briefe oder Fotos für Ihr Kind hinterlegen. Haben Sie sich aber entschieden, eine mögliche spätere Kontaktaufnahme zu verweigern, können Sie die Adoptionsvermittlungsstelle darauf hinweisen.

Hinweis: Adoptiveltern sind nicht verpflichtet, das Kind über die Adoption aufzuklären. Die Mitarbeiter der Adoptionsvermittlungsstelle empfehlen den Eltern aber dringend, mit ihrem Kind möglichst früh darüber zu reden.

Tipp: Sie können sich jederzeit mit Fragen an Ihre Adoptionsvermittlungsstelle wenden. Dort erhalten Sie auf Wunsch auch Adressen von Selbsthilfegruppen abgebender Eltern.

Adoptionspflegezeit

Adoptionspflegezeit

ist die Zeitspanne, in der das vermittelte Kind und seine künftigen Adoptiveltern einander kennenlernen und eine Beziehung zueinander aufbauen. Erst nach einer gelungenen Pflegezeit wird das Gericht die Adoption des Kindes ausspre- chen. Es hat sich zuvor davon überzeugt, dass eine Eltern-Kind-Beziehung ent- standen oder zumindest erkennbar zu erwarten ist, sich die Bedingungen für das Kind bei seinen neuen Eltern sichtbar verbessert haben und die Adoption dem Wohl des Kindes dient. Über mögliche Besonderheiten der Adoptionspflege berät Sie Ihre Adoptionsvermittlungsstelle.

Adoptionspflegschaft

Adoptionspflegschaft
Hat die Adoptionsvermittlungsstelle geeignete Eltern für Ihr Kind gefunden, kommt das Kind mit Ihrer Zustimmung zu den Adoptiveltern. Dann spricht man von einer “Adoptionspflegschaft”.

Alter der Bewerberinnen und Bewerber

Alter der Bewerberinnen und Bewerber

Das Alter ist ein wichtiges, aber kein alleiniges Kriterium bei der Auswahl der künftigen Adoptiveltern. Im Bürgerlichen Gesetzbuch ist nur ein Mindestalter der Eltern für die Adoption eines Kindes festgelegt. Dagegen ist eine obere Altersgrenze gesetzlich nicht vorgeschrieben. In der Regel sollte der Altersab- stand zwischen dem Kind und seinen Adoptiveltern einem natürlichen Altersab- stand entsprechen. Ein zu großer Altersabstand spricht gegen die Entstehung eines natürlichen Eltern-Kind-Verhältnisses. Entscheidend ist letztlich die fachli- che Prüfung im Einzelfall.

Anerkennung einer ausländischen Adoptionsentscheidung

Anerkennung einer ausländischen Adoptionsentscheidung

Unabhängig davon, ob die Adoption eines Kindes in einem Vertragsstaat oder in einem Nichtvertragsstaat des Haager Adoptionsübereinkommens erfolgt ist, ist die Anerkennung in der Regel möglich, wenn die Adoption durch zugelassene Vermittlungsstellen begleitet wurde. Die Anerkennung ist häufig erforderlich, da die in einer fremden Sprache verfassten Originaldokumente von den deut- schen Behörden hinsichtlich ihres Inhalts und ihrer Wirkung nicht beurteilt wer- den können. Auch eine Jahre zurückliegende ausländische Adoptionsentschei- dung kann in Deutschland anerkannt werden. Das Anerkennungsverfahren wird durch bestimmte Gerichte durchgeführt, es ist freiwillig und erfolgt auf formlo- sen Antrag der Adoptiveltern.

Aufgaben und Pflichten des Jugendamtes

Wie bereits erwähnt, kommen besonders der Verwaltung vom Jugendamt viele Rechte, aber auch Pflichten zu, die beachtet werden müssen. Genau wie die Probleme der Kinder und Jugendlichen, die durch die Jugendhilfe gelöst werden sollen, so sind auch die Aufgaben des Jugendamtes vielfältig. Sie sind in § 2 des SGB VIII geregelt. Einige Aufgaben sind beispielsweise:

  • Erzieherischer Kinder- und Jugendschutz
  • Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen und Tagespflege
  • Hilfe für seelisch behinderte Kinder

Darüber hinaus werdem dem Jugendamt folgende weitere Aufgaben zugeschrieben:

  • Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen
  • Erteilung und Zurücknahme einer Pflegeerlaubnis
  • Mitwirkung bei Verfahren vor dem Familiengericht
  • Beratung und Unterstützung von Müttern bei Vaterschaftsfeststellung, Ansprüchen an Unterhaltszahlungen, etc.

Das sind nur einige der zahlreichen Aufgaben, die der Zuständigkeit vom Jugendamt zugeordnet werden.

Allerdings können sich Kinder, Jugendliche oder Familien immer an das Jugendamt wenden, wenn sie Fragen oder Probleme haben oder unzufrieden mit der familiären Situationsind.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Aufgaben des Jugendamtes noch einmal näher betrachtet werden.

Aufhebung einer Adoption

Eine Adoption kann nur in Ausnahmesituationen wieder aufgehoben werden. Dies gilt beispielsweise wenn

  • die Aufhebung aus schwerwiegenden Gründen zum Wohle des Kindes erforderlich ist oder
  • wesentliche Formfehler geschehen sind. 
    Beispiel: Eine der erforderlichen Einwilligungen hat nicht vorgelegen. 
    In diesem  Fall kann ein Aufhebungsantrag nur innerhalb einer Frist von einem Jahr, deren Beginn von der Art des Fehlers abhängt (hier: ab dem Zeitpunkt, in dem einem Elternteil bekannt wird, dass die Adoption ohne seine Einwilligung erfolgt ist) und nur innerhalb der ersten drei Jahre nach dem Ausspruch der Adoption gestellt werden.

Hinweis: Auseinandersetzungen und Streit innerhalb der Familie sind in der Regel kein Grund, eine Adoption aufzuheben.

Zuständig für die Aufhebung der Adoption ist das Familiengericht, in dessen Bezirk der Annehmende seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Auslandsadoption

Auslandsadoption

ist die Kurzform für die internationale Adoption bzw. die internationale Adopti- onsvermittlung eines Kindes. Ein im Ausland lebendes Kind wird durch die beteiligten Fachstellen zu Adoptionsbewerberinnen und Adoptionsbewerbern im Inland vermittelt.

Auslandsvermittlungsstelle

Auslandsvermittlungsstelle

ist die Vermittlungsstelle, die ausschließlich ein internationales Adoptionsver- mittlungsverfahren im Verhältnis zu einem anderen Staat durchführen darf. Denken Adoptionsbewerberinnen und Adoptionsbewerber an die Adoption eines Kindes aus einem anderen Staat, so müssen sie sich an eine staatlich aner- kannte Auslandsvermittlungsstelle in freier Trägerschaft oder an die zentrale Adoptionsstelle ihres Bundeslandes wenden.

Auswahl der Adoptionsbewerberinnen und Adoptionsbewerber

Auswahl der Adoptionsbewerberinnen und Adoptionsbewerber

Damit ist das Überprüfungsverfahren, die Feststellung der Adoptionseignung, angesprochen. Ein solches Verfahren geht jeder Aufnahme eines Adoptivkindes voran. Die Überprüfung vollzieht sich in Zusammenarbeit mit den Bewerberin- nen und Bewerbern über mehrere Monate – aber nicht weniger als sechs Monate. Kommt die Adoptionsvermittlungsstelle zu einem positiven Ergebnis, werden die Antragsteller zu Adoptionsbewerberinnen und Adoptionsbewerbern.