Schadensersatz bei einer Scheinvaterschaft möglich?

Wenn ein Betroffener erfährt, dass er gar nicht der biologische Vater seines Kindes ist, kann bereits jahrelang eine Scheinvaterschaft gemäß Abstammungsrecht vorgelegen haben. So hat er eventuell die ganze Zeit über Unterhalt für das Kind gezahlt, welches gar nicht seines ist. Prinzipiell besteht für den Scheinvater allerdings die Möglichkeit, sich die Kosten erstatten zu lassen, die er für das Kind aufgewendet hat.

Dazu kann sich der Scheinvater an den biologischen Vater wenden. Dies ist möglich, sobald sich bei der Vaterschaftsanfechtung herausgestellt hat, dass der Mann definitiv der biologische Vater des Kindes ist. So kann vor allem ein Ehemann, der von der Kindesmutter geschieden ist, den biologischen Vater in Regress nehmen.

Wenn der Scheinvater nicht mit der Kindesmutter verheiratet ist und in dem Wissen gehandelt hat, dass er nicht der Erzeuger ist und trotzdem die Vaterschaft anerkannt. In diesem Fall kann vom Erzeuger laut Abstammungsrecht kein Schadensersatz verlangen.

Ist dies nicht von Erfolg gekrönt, weil der biologische Vater nicht aufzufinden ist, kann der Scheinvater sich an das Sozialamt wenden, sofern er an dieses einen unberechtigt verlangten Unterhaltsvorschuss zurückgezahlt hat.

Abstammungsrecht: Ein Scheinvater hat ab Kenntnis zwei Jahre Zeit, die Vaterschaft anzufechten.
Abstammungsrecht: Ein Scheinvater hat ab Kenntnis zwei Jahre Zeit, die Vaterschaft anzufechten.

Grundsätzlich gilt aber auch hier, dass Sie Ansprüche zeitnah geltend machen sollten. Andernfalls können diese verjähren und der Schadensersatzanspruch ist verwirkt.

Auch wenn der leibliche Vater derzeit kein Geld hat, sollten Sie einen Titel wegen der Schadensersatzansprüche gegen ihn erwirken.

Nur so kann der Anspruch auch weiterhin bestehen bleiben. Insgesamt kann aus einem Titel 30 Jahre vollstreckt werden.