Beistandschaft des Jugendamtes was ist das?

Einen Antrag auf Beistandschaft kann beim Jugendamt jeder Elternteil stellen. Dieser muss sorgeberechtigt, ein Vormund oder der Erziehungsberechtigte sein, bei dem das Kind hauptsächlich lebt. Beim Jugendamt beantragte Beistandschaft bedeutet, dass dieses eine gesetzliche Vertretung des Kindes bereitstellt.

Dieses muss dafür minderjährig sein und seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, da ein solcher Anspruch andernfalls nicht geltend gemacht werden kann. Die Beistandschaft kann in zwei Aufgabenkreisen erfolgen. Ist dies vom erziehungsberechtigten Elternteil gewünscht, kann auch nur einer der beiden Aufgaben wahrgenommen werden:

  1. Vaterschaftsfeststellung: Mithilfe des Jugendamtes kann eine freiwillige Anerkennung der Vaterschaft beantragt werden. Dazu muss allerdings die Mutter des minderjährigen Kindes zustimmen. Weigert sich der Vater, eine solche Anerkennung durchführen zu lassen, kann der Beistand vom Jugendamt eine Vaterschaftsklage beantragen.
  2. Geltendmachung von Unterhaltszahlungen: Die Beistandschaft kann auch dann erfolgen, wenn Unterhaltszahlungen eingeholt werden sollen. Wie bei der Anerkennung der Vaterschaft kann die Geltendmachung hier auch auf freiwilliger Basis erfolgen oder durch einen Gerichtsbeschluss angeordnet werden. Auch Zwangsvollstreckungen bei einer Verweigerung der Zahlung sind möglich.