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Wenn viele mitmachen, wird dieses Forum einmal zu einer Art Adoptionswiki. Zu einem Wissensschatz, der viele Informationen, Meinungen und echte Erfahrungen zu jedem erdenklichen Adoptions-Thema  bereithält. Es soll dir helfen, gut anzukommen, wenn du als Adoptierter auf der Reise zu dir selber und zur heilsamen Integration deiner Geschichte bist. Es hilft dir auch, wenn du Adoptivmama oder -papa bist, dein Kind besser zu verstehen. Und es unterstützt dich als leibliche Mutter oder Vater, mit der Situation umzugehen.

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zweite Wahl?

Zitat

Ich habe selber nie Vorurteile oder Klischees mir gegenüber wahrgenommen, jedenfalls nicht von Menschen außerhalb meiner Adoptivfamilie. Außerhalb wusste ja auch niemand, dass ich Pflegekind, später Adoptivkind war. In den letzten Jahren habe ich mich auch auf fachwissenschaftlicher Ebene mit dem Thema Adoption befasst und dabei festgestellt, dass es über die Jahrzehnte hinweg - ich beziehe mich dabei mal nur auf den Zeitraum nach 1945 - sehr wohl einen Wandel im Adoptionsprozess gegeben hat, der sich auch in der Gesetzgebung widerspiegelte. Die Zuschreibung "zweite Wahl" fand ich dabei im Zusammenhang mit der Frage, welche Einstellungen Adoptiveltern gegenüber dem adoptierten Kind haben. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es einen Überhang an Waisenkindern. Kinder wurden an Eltern vermittelt, die ein Kind auch deswegen aufnahmen, weil es sich im Haus und auf dem Hof nützlich zu machen hatte. Das Wohl des Kindes stand dabei nicht im Vordergrund. Ähnlich auch in der Schweiz mit den sog. "Verdingkindern" (Kinderhandel) oder der Umgang mit vietnamesisch-afroamerikanischen Kindern nach dem Vietnamkrieg. In der jüngeren Vergangenheit hat sich das umgekehrt. Heute müssen Eltern, die ein Kind adoptieren möchten, sich darum bewerben. Es gibt weniger Kinder als Adoptiveltern. Auslandsadoptionen und Stiefkindadoptionen lasse ich mal außen vor. Wenn Eltern heute sich nicht gründlich mit ihrer Kinderlosigkeit und ihrer Motivation, ein Kind adoptieren zu wollen, auseinander gesetzt haben, dann besteht die Gefahr, dass das adoptierte Kind später eine "Platzhalterfunktion" einnimmt. Platzhalter für das gewünschte biologische Kind, das sich nicht eingestellt hat, Platzhalter für ein tot geborenes Kind, Platzhalter für ein in jungen Jahren gestorbenes Kind. Platzhalter für welche Wünsche und Phantasien auch immer. Das äußert sich ungünstigenfalls in Aussagen wie: "Wir lieben dich wie ein leibliches Kind". Das vermittelt dem Kind, "zweite Wahl" zu sein, eine Vermutung, die auch Betty Jean Lifton in ihren Büchern thematisiert ("Adoptiert", "Zweimal geboren"). 

Jan Barstorf hat auf diesen Beitrag reagiert.
Jan Barstorf
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