Herzlich willkommen im neuen Forum von Adoptionshelfer.de! Schön, dass du hergefunden hast.

Hier tauschen wir uns aus über das Thema, das uns alle betrifft: Adoption. Du findest hier viele Informationen, geordnet nach Unterthemen. Du kannst Beiträge anderer User lesen und sie kommentieren. Wenn du möchtest, kannst du auch selbst ein neues Unterthema eröffnen. Das Forum ersetzt die bisherige Chat-Funktion und erweitert sie erheblich.

Wenn viele mitmachen, wird dieses Forum einmal zu einer Art Adoptionswiki. Zu einem Wissensschatz, der viele Informationen, Meinungen und echte Erfahrungen zu jedem erdenklichen Adoptions-Thema  bereithält. Es soll dir helfen, gut anzukommen, wenn du als Adoptierter auf der Reise zu dir selber und zur heilsamen Integration deiner Geschichte bist. Es hilft dir auch, wenn du Adoptivmama oder -papa bist, dein Kind besser zu verstehen. Und es unterstützt dich als leibliche Mutter oder Vater, mit der Situation umzugehen.

Für den Anfang scroll einfach hier auf der Seite runter und schau, was es für Themen gibt. Schreib auch gerne dazu, was dir zu dem jeweiligen Thema einfällt. Dazu kannst du dich entweder hier kostenlos registrieren oder anonym als Gast kommentieren. Vielleicht kommt dir ja auch ein eigenes Thema in den Sinn, das du hier neu eröffnen möchtest.

Also komm und mach mit 😉 Wir freuen uns auf deine Kommentare und Beiträge.

Danke und viel Erfolg auf deinem Weg!

überlebt

Zitat

Rückblickend und mit dem Wissen von heute, nach sechs Jahren Familienforschung, kann ich sagen, dass ich froh bin, überlebt zu haben. Die Lebensumstände (Schwangerschaft meiner leiblichen Mutter 1964/65, Armut, Gewalt, Alkohol) in meiner Herkunftsfamilie mit damals schon sechs Kindern, waren derart desaströs, dass ich dort vermutlich nicht das erste Lebensjahr überstanden hätte, genau wie mein 1952 im Alter von einem halben Jahr gestorbenen Bruder Franz. Ich wurde gewaltsam, d.h. gegen den Willen meiner leiblichen Mutter, von ihr und dem Rest der Familie getrennt und verbrachte damals, 1965 - 1966, mein erstes Lebensjahr in einem Krankenhaus und in einem Waisenhaus, bevor ich durch einen Gemeindepfarrer in meine Pflegefamilie vermittelt wurde. Ich wuchs mit einer narzisstisch gestörten Pflegeoma auf, die meinte, mit ihrer NS-Erziehungsideologie an mir noch wahre Wunder vollbringen zu können. Erfahren habe ich von meinem Status als Pflegekind (auf eigene Nachfrage) erst im Alter von 13 Jahren. Mit 14 wurde ich dann adoptiert. Trotzdem habe ich überlebt. Ich bin in Phantasiewelten der Kinder- und Jugendliteratur abgetaucht und habe, sobald ich es konnte, mich durch schulischen Fleiß und stuuuuundenlange Aufenthalte in der Stadtbibliothek dem häuslichen Drill, Kälte und Härte entzogen. Mein Schutzengel war meine zweite Adoptivmutter, die Tochter der Oma, in deren Familie ich 2007 adoptiert wurde, lange, nachdem Oma gestorben war. In den 40er bis 70er Jahren war es durchaus üblich (weil Überhang an Kindern, die zur Adoption zur Verfügung standen - Nachkriegszeit, mangelnde Verhütung) die zur Pflege oder Adoption aufgenommenen Kinder als "Versorgungsmodell" zu betrachten, die sich im Haushalt nützlich zu machen hatten. So war es bei mir. Und wenn ich nicht "spurte", dann gab es Prügel. Meine Kindheit ist absolut nicht repräsentativ. Ich denke und weiß, dass Adoptionen HEUTE ganz anders ablaufen. Nicht, dass es nicht auch heute Probleme in Adoptivfamilien geben könnte. Aber die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen heute sind wesentlich anders/besser als in den 40er bis 70er Jahren. Deshalb setze ich auch viel Hoffnung in das reformierte Adoptionsgesetz (01.04.21) und dass die Zukunft eine sein wird, in der offen und ehrlich innerhalb der Familie mit dem Thema umgegangen wird, Kinder nicht zweckrational (Nachfolge, Versorgung) und mit "Platzhalterfunktion" (z.B. stellvertretend für ein nicht geborenes leibliches Kind, stellvertretend für ein gestorbenes Kind) adoptiert werden. Jedes Kind sollte ein Wunschkind, ein Kind der Liebe sein.

Jan Barstorf hat auf diesen Beitrag reagiert.
Jan Barstorf
Für deine Teilnahme und bis bald.